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Provokation ? II: Unterschiedliche Aspekte von Provokation 1614
Galerie:Fotogalerie Wien
Künstler:Abdessemed, Adel
Bratkov, Sergey
Lima, Roberta
Pietsch, Oliver
Pichlmüller, Judith
Zeit:04.09.2007 - 03.10.2007


Ausstellungs-Informationen
Der diesjährige Themenschwerpunkt der Fotogalerie Wien PROVOKATION? stellt die
Frage nach dem inhaltlichen wie formalen Reiz- und Provokationspotential
zeitgenössischer künstlerischer Positionen und versucht ihr anhand dreier
Ausstellungen nachzugehen.

An die Einzelpräsentation des Künstlers Michael Janiszewski anschließend,
werden in der zweiten Ausstellung sechs KünstlerInnen zum Thema präsentiert.
Alle Positionen kreisen in unterschiedlichen inhaltlichen Bereichen und mit
verschiedensten Mitteln um das Verhältnis von Macht und Ohnmacht. Auf teilweise
schockierende und radikal unmittelbare Art werden die BetrachterInnen
herausgefordert sich dieser Auseinander-setzung zu stellen.

In den Foto- und Videoarbeiten von Roberta Lima und Giovanna Torresin spielt
der eigene Körper die zentrale Rolle.
Roberta Lima macht ihren Körper real zum Ort atemberaubender Experimente, die
gesellschaftliche Disziplinierungsmaßnahmen wie geschlechterspezifische
Normierungen in eine paradoxe Vermengung aus ästhetischer Inszenierung und
physischem Schmerz übersetzen.

Torresin dagegen manipuliert mittels digitaler Medien ihren Körper, überzieht
ihn mit Rüstungen wie eine zweite Haut. Ihre Madonnenserie spielt auf unser
westlich-religiös konnotiertes Mutter-Kind Verhältnis an. Die Harnische
demonstrieren innere weibliche Stärke und stellen ebenso Assoziationen zu
weiblicher Verhüllung in anderen Religionen - mit den Themen von Unterdrückung,
Schutz oder Behauptung - in den Raum.

In ihrer Videoaktion unternimmt Judith Pichlmüller ebenfalls einen
Selbstversuch.
Sie zertritt Kakerlaken mit ihrem Stöckelschuh und stellt sich und uns – auch
aus dem genderspezifischen Blickwinkel - die Frage nach dem alltäglich
vorhandenen und kollektiven Potential aggressiver Handlungen, und daran
anschließend nach TäterInnenschaft und Schuldzuweisung in Ausnahmesituationen.

Die Videoarbeiten von Oliver Pietsch kreisen ebenfalls um Themen wie Tod und
Gewalt, die hier aber nicht durch ein Individuum dargestellt werden, sondern
anhand des massenmedialen Kollektivs des Films formuliert werden. Pietsch
dekontextualisiert eine Vielzahl von Filmsequenzen zu Themen wie Suizid oder
Gewalt an Frauen, indem er die herausgelösten Momente auf die „Aktion“ hin
verdichtet hintereinander reiht.

Adel Abdessemed fokussiert unseren Blick in der zu sehenden Arbeit auf das
Töten in der Tierwelt, als Metapher für das Töten an sich, wie für die
Brutalität und Ungerechtigkeit bestehender gesellschaftlicher
Machtverhältnisse. Der Künstler führt die sprichwörtliche Formulierung vom
Spiel von Katz und Maus an seinen konkreten Ursprung zurück.

Ausgangspunkt und Zentrum der Arbeiten von Sergey Bratkov ist das Changieren
zwischen Fiktion und Realität, zwischen Erinnerung jüngster Vergangenheit und
Vorhersage naher Zukunft – er ist ein Archäologe des Grotesken. Seine Arbeiten
sind Chroniken des Todes und der Korruption visueller Kultur.


Bilder aus der Ausstellung
Roberta Lima: The Rings

Fotogalerie Wien: overview

Adel Abdessemed: Birth of love